Umbau im laufenden System
Ein Umbau in einem laufenden System ist immer mit Risiken behaftet – unabhängig davon, mit welcher Gesteinsart zukünftig gearbeitet wird. Grundsätzlich gilt: Eine gute Vorbereitung ist alles. Ein möglichst zügiger Ablauf ohne Hektik trägt bei solch einem Vorhaben sicher zu einem erfolgreichen Ergebnis bei.
Bei einer kompletten Entleerung des Beckens entferne ich im günstigsten Fall die eigentliche Ursache für den Umbau (z. B. unerwünscht wachsende Algen, Glasrosen, Schwämme etc.), gleichzeitig entferne ich jedoch auch die komplette bestehende und evtl. bislang gut funktionierende restliche Biologie.
Ist der Grund des Umbaus jedoch eine Unzufriedenheit ausgelöst durch ;
-nicht optimale Durchströmbarkeit wegen zu massiver Aufbauten
-optische Unzufriedenheit , ungünstige Anordnung der Besatzflächen
-andere Gründe
kann der schrittweise Umbau eine gute Option für eine Optimierung sein.
Die neue Dekoration sollte bereits außerhalb des Aquariums teilweise oder – wenn möglich – komplett verklebt werden. Verbindungen zwischen Aufbau 1 und Aufbau 2 können später ergänzt werden. Auch einzelne Teile, die sich im Vorfeld nur schwer verkleben lassen, können nachträglich eingeklebt werden. Grundsätzlich sollten die wichtigsten und größten Elemente eines Bauabschnitts zuerst vorbereitet werden.
Um ein Chaos bei den Wasserwerten zu vermeiden, sollten kurz vor dem Umbau die aktuellen Werte von Ca, KH, NO₃ und PO₄ ermittelt und notiert werden.
Es sollte ausreichend fertig angesetztes Meerwasser zur Verfügung stehen, um beispielsweise Wasserverluste durch die Zwischenlagerung von Korallen oder das Absaugen von Sand auszugleichen. Das Wasser, das zur Lagerung der Korallen verwendet wurde, wird entsorgt.
Im ersten Bauabschnitt werden zunächst die nicht befestigten und/oder bereits verwachsenen Korallen samt Stein vom alten Riff entfernt. Lose Steine mit Korallenbesatz können gegebenenfalls in andere Bereiche des Beckens umgesetzt oder vorübergehend außerhalb des Aquariums gelagert werden, damit sie den Umbau nicht behindern.
Anschließend werden die übrigen alten Steine in diesem Bereich vorsichtig entfernt. Dabei sollte immer von oben nach unten gearbeitet werden, um den im unteren Bereich angesammelten Mulm nicht unnötig stark aufzuwirbeln.
Die entnommenen Korallen werden in zuvor mit sauberem Wasser vorbereiteten Behältern gelagert. Während der Sandverschiebung oder Sandentfernung sollten die Strömungspumpen ausgeschaltet werden, um unnötige Verwirbelungen von Detritus zu vermeiden.
Erst danach sollte der alte Sand im Arbeitsbereich entfernt werden. Dabei kann der Sand entweder sehr langsam und vorsichtig zur Seite geschoben oder alternativ mit einem Schlauch zusammen mit Wasser abgesaugt werden. Anschließend wird das Aquarium mit frischem Meerwasser aufgefüllt. Im Prinzip handelt es sich hierbei um einen Wasserwechsel in Kombination mit einer Sandentfernung.
Vor dem Absaugen sollten grobe Steinchen, leere Schneckenhäuser und ähnliche Gegenstände entfernt werden, damit der Schlauch nicht verstopft.
Das System aus Aquarium und Filter sollte dabei nur durch wenige und möglichst kurze Unterbrechungen außer Betrieb sein.
Nachdem der neue Aufbau im Becken installiert wurde, kann neuer Sand eingebracht werden. Anschließend werden die Korallen wieder eingesetzt. Das Wasser, das zur Lagerung der Korallen verwendet wurde, sollte anschließend nicht wieder ins Aquarium zurückgeführt werden. Danach sollte das System etwa ein bis zwei Wochen laufen, während die zuvor genannten Wasserwerte regelmäßig kontrolliert werden. Danach wir der nächste Bauabschnitt in der selben Vorgehensweise ausgeführt.